Balto
Balto zieht ein!
Jeder der uns kennt weiß, dass Markus sich schon immer einen großen Hound (Bloodhound) wünscht.
Aber es gab immer einen Grund, dass es nicht geklappt hat. Wir hatten das Thema auch schon beiseite geschoben. Da stand im Forum, dass eine Hündin abzugeben ist und der Wunsch war wieder da. Das war ein Satz mit X, die meldeten sich nicht. Dann Basset-Treffen, Birgit erzählt: Im Forum steht wieder ein Rüde, dreieinhalb Jahre alt! Einmal schreiben, ein Anruf und wir haben einen Balto, einen sehr scheuen Hund, was wir noch sehr zu spüren bekommen.
Aber nun ein wenig über den Hund. Das erste halbe Jahr musste er mit seiner Meute mitlaufen und verletzte sich das Auge im Stacheldraht. Für die Jagd nicht mehr zu gebrauchen, also weg damit. Zu einer Familie mit Kindern, die ihm regelmäßig das Futter brachten; zu seiner Hütte mit einer kurzen Kette. So lebte Balto seine ersten drei Jahre in Frankreich und sein Besitzer meinte, lange genug für einen unnützen Fresser. Glücklicherweise wurde er von dem Tierschutz Sans Collier Provence gerettet und nach Deutschland verschickt. Einmal nach Hamburg, wo er fürs Mantrailing arbeiten durfte, aber er sieht nicht richtig und läuft überall gegen. Nun geht es von der Gastfamilie nach Stuttgart, wo die Rumreiserei ein Ende haben soll. Balto ein Engel mit einem „B“ davor!? Er will nicht gehorsam sein, seine neuen Besitzer wollen ihren Willen mit Stränge durchsetzen. Keiner gewinnt, die Besitzer kommen gegen Balto, der sich gegen sie stellt, nicht an. Der Hund muss eingeschläfert werden, weil er so gefährlich ist. Die Tierärztin, die ihn einschläfern soll, ruft beim Tierschutz in der Umgebung an.
Wir lernen Nina und Maxi kennen! Ab jetzt könnte alles gut werden, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre!!!!
Der 15.04.2010 wird uns lange in Erinnerung bleiben, denn unser Balto zieht ein.
Nina und Maxi kommen mit dem Auto vorgefahren und da ist er, groß und wunderschön - unser Hund. Ein Schisser, gutes Zureden, Leberwurstbrot, viel Geduld, ob das was wird?? Die Bassets sind nett, bellen ein wenig viel in Balto`s Augen. Maxi und Nina fahren wieder heim und wir in den Fressnapf, der Hund braucht ein Geschirr. Wieder zuhause freuen sich unsere Hunde lautstark und Markus geht der Hund weg. Ich gehe rein und ärgere mich, dass Markus ohne uns mit Balto geht. Wo wir doch zusammen gehen wollten. Was ich nicht gesehen hatte, unser Bloodhound hatte sich aus dem Halsband gezogen! Eine Stunde bei uns und weg war er, ich ruf bei Nina an und gestehe, unser Hund ist weg.
Stunden später läuft er mir den Weg entgegen, super und weg ist er. Er lässt sich nicht anfassen, ins Auto und hinter her. Ich bin begeistert, er läuft und läuft ohne Pause. Von den schlechten Augen merke ich nichts, leider. Maxi und Nina kommen morgen, vielleicht geht er ja zu ihnen.
2. Tag: Polizei, Tierheime, bei Tasso Entlaufen melden, Zeitungsanzeige aufgeben. Aus dem Fenster schauen, da läuft er bei unseren Nachbarn, ich raus und er weg. Maxi, Lars und Markus laufen rufend und ziellos durch den Pfälzerwald.
3. Tag: Suchbilder aufhängen, etliche Anrufe - er ist auf der Burg Neidenfels. Markus stürmte aus dem Haus und bleibt Stunden weg. Balto wurde von Leuten gesehen, aber er lässt sich nicht anfassen.
4. Tag: Sonntag viele aufmunternde Worte und Trost, aber kein Hund.
5. Tag: Ein Anruf, euer Hund ist an unseren Mülltonnen beim Isenachweiher. Ins Auto und hin, ein schöner Rücken kann auch entzücken.
6. Tag: Heute will ich ihn endlich mit nach Hause nehmen, er will nicht! Wo bekommt man eine Fangbox? Tierheim Worms hat eine und in Kaiserslautern ist ein Hundetrainer, der mit seinen läufigen Hündinnen vorbei kommen will und er ist erfahren im Hundeeinfangen.
7. Tag: Wir sitzen im Auto und starren in die Nacht, kommt er? Ja, Markus sieht nach einer Woche seinen Balto. Er lebt und es geht ihm gut, Das war`s, er verschwindet in die Nacht.
8. Tag: Die Falle ist zu klein, er läuft mit den Schultern dagegen, alles vergebens (scheiße).
9. Tag: Markus will es heute wissen, er will ihn einfangen. Wir stehen zu zweit neben ihm, gehört hat er uns nicht, aber die Nase geht hoch und Balto rennt los, ohne Rücksicht auf Verluste.
10. Tag: Mittags ein Anruf: Euer Hund ist wieder da. Ich hin und er weg!
11. Tag: Wir sitzen, wie jeden Abend, am See und schauen in die Nacht. Balto kommt nicht und wir wissen nicht wo er ist.
12. Tag: ein Anruf, Frankenstein, ca.10 km entfernt, dort war er die Nacht. Ich ans Telefon, alle Gaststätten in der Umgebung angerufen. Nichts war’s! Weiter warten und hoffen, das alles gut geht!
13. Tag: Auf meinem AB ist ein Anruf, Tierheim Kaiserslautern, sie haben meinen Hund, Tasso hat die Chipnummer bestätigt. Die ganze Anspannung geht von mir und ganz viel Tränen vor Freude.
Ins Auto, nur das Kleine da! Geht der große Hund da rein? Noch vier Mal in die Wohnung bis ich losfahren kann. Im Tierheim erst mal reden – Balto ist seit einer Nacht da und nicht ohne!? Ob ich wüsste auf was ich mich da eingelassen habe? Am 26.04 hat eine Frau beim Tierheim Kaiserslautern angerufen, ein Mann, grauhaarig mit einem silbern Auto, hat einen großen Hund aus seinem Kofferraum rausgeholt und sei weggefahren. Also Großaufgebot! Polizei und Feuerwehr aus Hochspeyer nach Frankenstein, haha, der lässt sich nicht anfassen. Sitzt aber in einer kleinen Umzäunung und geht nicht über den Zaun, zwischendurch lässt er sich noch von zwei Kindern streicheln. Und nun? Ins Tierheim, Paste zum Schlafen und den Galgen holen. Balto hat Hunger, die Paste schmeckt nicht, aber es langt, um ihn mit Stange und Öse einzufangen. Am anderen Morgen soll Balto von der Tierärztin angeschaut werden. Er raus aus dem Zwinger und schnappt nach der Pflegerin und wo kann man hier weg? Nix gibt’s, eine Narkose gibt es. Augen mit Salbe versorgen, Blut entnehmen und das Wichtigste, den Chip suchen und wenn keiner da ist, einen unter die Haut setzen. In der Hoffnung, den Besitzer rauszubekommen, rufen sie bei Tasso an. Tasso erwidert, dass der Hund zur Fam. Rech gehört und seit dem 15.04 vermisst ist. Nicht ausgesetzt! Egal - Unkosten bezahlen und nach Haus. Da kommt er, am Galgen unruhig und scheu, der geht nicht rein, ein paar mal ums Auto, Sitze umlegen und Kofferraum auf. Eine Decke zwischen uns, dass er mich nicht während der Fahrt anfällt!? Zuhause, wie geht das Monster wieder raus??? Markus und Sören kommen nach Hause, Auto rückwärts an die Eingangstür, Bretter an den Seiten und einmal Balto locken. Geht nicht, also ärgern. So klappt es und unser Balto ist endlich zuhause.
Nach und nach wird es besser und er ist kein Monster!!! Sondern eine große Knutschbacke !!!
